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Carry Hauser (1895 – 1985)
Als Nachlassverwalter von Carry Hauser (1895 – 1985) liegt dem Kunsthandel Widder dieser Maler, Zeichner und Poet naturgemäß besonders am Herzen. Wir haben daher eine kleine Serie zu dem bedeutenden Hagenbundkünstler Carry Hauser produziert, in der Menschen zu Wort kommen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit Hauser in Beziehung stehen:

Heinz Hauser, der 1934 geborene Sohn von Carry Hauser und seiner Frau, der Altphilologien Gertrud Herzog Hauser (1894 – 1953), erinnert sich an seine Kindheit, Jugend und das Zusammenwohnen mit seinem Vater in der Atelierwo... mehr hnung in Hietzing, die die Familie Hauser 1947 bezog, wo der Vater bis zu seinem Tod 1985 lebte und der Sohn immer noch lebt.

Die Wiener Kunsthistorikerin Cornelia Cabuk, seit 2010 am Wiener Belvedere als Kuratorin tätig, hat über Carry Hausers Frühwerk promoviert, eine 2012 in der Reihe „Belvedere Werkverzeichnisse“ erschienene Monografie mit Werkverzeichnis zu Carry Hauser verfasst und wiederholt zu Hauser publiziert. Sie spricht über die kunsthistorische Einordnung des Künstlers.

Wilfried Bursch ist als kunstbegeisterter Naturwissenschaftler zum Thema Carry Hauser gekommen. Der aus dem Rheinland stammende Wiener Toxikologie-Professor im Ruhestand berichtet über seine von der Naturwissenschaft übernommenen Vorgehensweise, mithilfe derer er die insbesondere die zahlreichen im Nachlass Carry Hausers überlieferten Zeichnungen, Grafiken und schriftlichen Dokumente nach neuen Erkenntnissen durchforstet.

Der weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte, multitalentierte Sänger, Literat, Schauspieler und Konzeptkünstler André Heller, in Wien-Hietzing, unweit der Hauser`schen Wohnung aufgewachsen, war bis zum Tod Carry Hausers 1985 mit diesem befreundet. Von ihm stammt die Gedenkplakette an der Fassade von Hausers Atelierwohnung in der Tirolergasse. Im Gespräch mit Widderhören erinnert sich Heller an seine Begegnungen mit dem Hietzinger Künstlerkollegen und väterlichen Freund.

Biografie:
Carry Hauser studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Wiener Kunstgewerbeschule. 1914 meldete er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst, kehrte aber zum Pazifisten geläutert nach Wien zurück. Er lebte danach hauptsächlich in Wien, aber auch sporadisch in Passau, wo er mit dem Maler Georg Philipp Wörlen befreundet war. Viele Werke aus dieser frühen Schaffensperiode, Zeugnisse des Kriegsschreckens, gingen jedoch in den Turbulenzen der Nachkriegszeit verloren. Ab 1928 war er Präsident des Hagenbundes. Im Ständestaat engagierte er sich in der Vaterländischen Front, bevor gegen ihn durch die Nationalsozialisten ein Berufs- und Ausstellungsverbot verhängt wurde. 1939 verließ Hauser Österreich, um einer Berufung an eine Kunstschule in Melbourne zu folgen. Der Kriegsausbruch verhinderte jedoch seine Ausreise nach Australien und zwang ihn zu einem Aufenthalt in der Schweiz, wo ihm Erwerbsbeschränkungen auferlegt wurden. Aus diesem Grunde war er während jener Zeit hauptsächlich literarisch tätig. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1947 beteiligte sich Hauser am Aufbau des kulturellen Lebens in Österreich. Er wurde Generalsekretär des P.E.N.-Clubs und Ehrenpräsident des Neuen Hagenbundes. Als Maler genoss er in der Nachkriegszeit internationalen Ruf. Publizistisch trat er mit Artikeln über Kunst und Kunstfragen hervor. Seine Verdienste wurden durch öffentliche Aufträge und Auszeichnungen, u.a. die Goldene Medaille der Stadt Wien, sowie durch die Verleihung des Professorentitels gewürdigt.

Literaturauswahl zu Carry Hauser:

Cornelia Cabuk, „Carry Hauser Monografie und Werkverzeichnis“ (in: Belvedere Werkverzeichnisse, Band 2), Verlag der Provinz, Weitra, 2012, 533 Seiten

ISBN 978-3-99028-055-3

Cornelia Cabuk, „Carry Hauser: das malerische und graphische Werk bis zum Jahr 1927. Seine Entwicklung im Umfeld der deutschen und österreichischen Kunst dieser Zeit“, Universität Wien (Dissertation), 1990

Carry Hauser, „Das Buch von der Stadt“, Hg. Kunsthandel Widder, Wien 2015
ISBN 978-3-99028-508-4

Carry Hauser, „Monatsbilder. Zwei gezeichnete Zyklen“, O-RI-ON, Privatdruck, 2020

Carry Hauser, „Zwischen Gestern und Morgen. Autobiographie, Hg. von Adolf Opel, Löcker Erhard Verlag, Wien, 240 Seiten, ISBN 978-3-85409-901-7

Lambert Maiböck, „Der Maler Carry Hauser“, mit einem Geleitwort von Franz Theodor Csokor, Wien, Staatsdruckerei 1960

Werner Rosenberger, „Hietzing: Von Künstlervillen & Künstlerleben“, Amalthea Signum Verlag, 2018, 284 Seiten, ISBN 978-3-99050-119-1

Carry Hauser, Georg Philipp Wörlen, „Carry Hauser - Georg Philipp Wörlen“, Hrsg. Landstrich, eine Kulturzeitschrift, Passau, 1988

„Carry Hauser zum 90. Geburtstag. Eine Rehabilitation“. Herausgeber: Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Wien, 1985  

Kataloge: „Carry Hauser - Werke aus dem Nachlass“, Hg. Kunsthandel Widder, Wien 2018, 135 Seiten,

ISBN 978-3-99028-731-6

„Carry Hauser“. Hg. Kunsthandel Widder, Wien, 2011, 32 Seiten,
ISBN 978-3-902416-85-8

„Carry Hauser. 1895-1985. Ausstellungskatalog“, Frauenbad Baden, Baden bei Wien, 1989

„O.R. Schatz & Carry Hauser Im Zeitalter der Extreme“, Wien Museum 2016, 184 Seiten,
ISBN 978-3-7017-3384-2

Künstlerwebsites:
https://carryhauser.com/
https://www.andreheller.com/  

Carry Hauser beim Kunsthandel Widder:
http://www.kunsthandelwidder.com/de/kuenstler/carryhauser  

Video:  Lukas Sturm, „Grabgeschichten, André Heller und Dirk Stermann besuchen den Hietzinger Friedhof“,
https://youtu.be/QcQSZ4Ef73c
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